RATGEBER · LADENÖFFNUNGSZEITEN
Ladenschlussgesetz &
Sonntagsöffnung
Wann darf dein Laden öffnen? Die Regeln der Bundesländer, wichtige Ausnahmen und Antworten für Hofläden und Selbstbedienungsläden.
Deutschland · Brandenburg aktualisiert: 2. November 2026

Welche Öffnungszeiten gelten in deinem Bundesland?
Das Wichtigste vorab
Sonntags bleibt der Einzelhandel grundsätzlich geschlossen. Für eine Öffnung brauchst du eine passende Ausnahme.
Auch „personallos“ bedeutet nicht automatisch „24/7 erlaubt“.
Für gewöhnliche Werktage gelten die folgenden Zeitfenster. Der Landesname führt direkt zur jeweiligen Regelung.
| Bundesland | Mo–Fr | Sa |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 0–24 | 0–24 |
| Bayern | 6–20 | 6–20 |
| Berlin | 0–24 | 0–24 |
| Brandenburg | 0–24 | 0–24 |
| Bremen | 0–24 | 0–24 |
| Hamburg | 0–24 | 0–24 |
| Hessen | 0–24 | 0–24 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 0–24 | 0–22 |
| Bundesland | Mo–Fr | Sa |
|---|---|---|
| Niedersachsen | 0–24 | 0–24 |
| Nordrhein-Westfalen | 0–24 | 0–24 |
| Rheinland-Pfalz | 6–22 | 6–22 |
| Saarland | 6–20 | 6–20 |
| Sachsen | 6–22 | 6–22 |
| Sachsen-Anhalt | 0–24 | 0–20 |
| Schleswig-Holstein | 0–24 | 0–24 |
| Thüringen | 0–24 | 0–20 |
Feiertage, Heiligabend, Silvester und besondere Verkaufsstellen separat prüfen. Erlaubte Öffnungszeiten sind keine Pflichtöffnungszeiten.
Wann darf ein Geschäft sonntags öffnen?
Seit 2006 regeln die Länder den Ladenschluss. Sonn- und Feiertage bleiben verfassungsrechtlich geschützt. Entscheidend sind Landesrecht, Standort, Sortiment und Betriebsform.
Ein verkaufsoffener Sonntag gilt nur für den freigegebenen Termin, Zeitraum und Bereich. Ein allgemeines Umsatzinteresse reicht als Grund nicht aus.
Verbindliche Termine finden
Prüfe die amtliche Bekanntmachung deiner Stadt oder Gemeinde – einschließlich Straßen, Uhrzeiten und kurzfristiger Änderungen.
Verkaufsoffene Sonntage: drei Beispiele
Bayern
Bis zu 4 anlassbezogene Tage; höchstens 5 Stunden zwischen 10 und 18 Uhr.
Nordrhein-Westfalen
Bis zu 8 nicht unmittelbar aufeinanderfolgende Tage, ab 13 Uhr für höchstens 5 Stunden; Freigabe im öffentlichen Interesse.
Ausnahmen nach Sortiment und Standort
Für Backwaren, Blumen, Zeitungen oder Milch gibt es in vielen Ländern begrenzte Sonntagszeiten. Entscheidend sind das vorgeschriebene Sortiment und gegebenenfalls dessen Anteil am Gesamtangebot. Ein paar Brötchen im Regal machen einen Supermarkt nicht zur Bäckerei.
Tankstellen sowie Geschäfte an bestimmten Bahnhöfen und Flughäfen dürfen häufig länger öffnen. Die Ausnahme kann auf Reisebedarf oder andere ausdrücklich genannte Waren begrenzt sein. Sie gilt nicht automatisch für ein beliebiges Vollsortiment.
Für Apotheken gelten eigene Öffnungs- und Dienstbereitschaftsregeln. Nicht jede Apotheke hat deshalb jeden Sonntag geöffnet. Den tatsächlich dienstbereiten Standort findest du über den örtlichen Notdienstplan.
In anerkannten Orten können besondere Saison-, Waren- und Zeitregeln gelten. Entscheidend ist die rechtliche Anerkennung beziehungsweise örtliche Regelung. Viele Urlaubsgäste allein schaffen noch keine Ausnahme.
An Ostern, Pfingsten, Weihnachten oder stillen Feiertagen können zusätzliche Einschränkungen gelten. Auch ein zulässiger Betrieb darf unter Umständen nur bestimmte Waren verkaufen.
Was gilt für Hofläden und Selbstbedienung?
Der Hofladen ist keine pauschale Ausnahme
Für eigene landwirtschaftliche Erzeugnisse gibt es häufig Sonderregeln. Zugekaufte Produkte und ein breiteres Sortiment können anders behandelt werden. Entscheidend ist dein tatsächlicher Betrieb.
Beispiel Baden-Württemberg
Für selbst erzeugte landwirtschaftliche Produkte grundsätzlich sechs Stunden nach § 9 LadÖG. Nicht am 1. Weihnachtstag, Ostersonntag und Pfingstsonntag.
Personallose Läden: Voraussetzungen statt Pauschalerlaubnis
Fläche, Sortiment und Standort entscheiden. Öffne die Details für dein Bundesland. Die Auswahl zeigt Beispiele und ist keine vollständige Liste aller Sonderregelungen.
Seit dem 17. Oktober 2026 dürfen vollautomatisierte Verkaufsstellen bis 350 m² auch sonn- und feiertags sowie am 24. Dezember nach 14 Uhr öffnen. Während dieser Öffnung dürfen keine abhängig Beschäftigten anwesend sein oder für den Betrieb eingesetzt werden. Die örtliche Ordnungsbehörde kann abweichende Tage und Zeiten festlegen. Grundlage ist der neue § 8a BbgLöG.
Personallos betriebene Kleinstsupermärkte können auch während der allgemeinen Ladenschlusszeiten öffnen. Gemeinden dürfen die Sonn- und Feiertagszeiten begrenzen; mindestens acht zusammenhängende Stunden müssen verbleiben. Prüfe daher auch die örtliche Verordnung.
Digitale Kleinstsupermärkte mit Waren des täglichen Ge- und Verbrauchs dürfen ohne Verkaufspersonal grundsätzlich auch sonntags von 0 bis 24 Uhr betrieben werden. Die gesetzliche Definition des Betriebs muss vollständig erfüllt sein.
Seit 28. Februar 2026 besteht eine Ausnahme für vollautomatisierte Verkaufsstellen mit Waren des täglichen Ge- und Verbrauchs. Anzeige mindestens sechs Wochen vorher, örtliche Zeitbegrenzungen und ausgeschlossene Feiertage beachten: Karfreitag, Ostersonntag, Pfingstsonntag und 1. Weihnachtstag.
Seit 3. Juni 2026 gibt es eine Sonderregel für personallose Kleinstsupermärkte in Gemeinden und Städten mit höchstens 2.500 Einwohnern. Die zulässige Betriebsform und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen sind standortbezogen zu prüfen.
Das Land lässt Sonntagsöffnungen vollautomatisierter Verkaufsstellen zu, wenn für den Betrieb an diesen Tagen keine Mitarbeiter eingesetzt werden. Maßgeblich sind die Voraussetzungen des Landesgesetzes – nicht allein die Bezeichnung „24/7-Shop“.
Personal und Befüllung separat prüfen
Eine zulässige Ladenöffnung erlaubt nicht automatisch Sonntagsarbeit, Reinigung oder Befüllung. In Baden-Württemberg gelten auch besondere Vorgaben für Inhaber und Dritte.
So klärst du deine Öffnungszeiten
Standort
Bundesland, gesetzliche Feiertage und örtliche Einschränkungen feststellen.
Betrieb
Verkaufsfläche, Sortiment, Eigen- und Zukaufprodukte sowie Personalbetrieb beschreiben.
Ausnahme
Passende gesetzliche Ausnahme oder erforderliche Freigabe bestimmen.
Behörde
Gemeinde, Gewerbe- oder Ordnungsamt früh einbeziehen. Fristen und Unterlagen klären.
Umsetzung
Zulässige Zeiten dokumentieren; Personal, Befüllung und Reinigung entsprechend planen.
Wenn Mitarbeitende sonntags arbeiten
Auch bei erlaubter Ladenöffnung sind die Schutzregeln des Arbeitszeit- und Landesrechts zu beachten. Grundsätzlich: Ersatzruhetag für Sonntagsarbeit binnen zwei Wochen, für Arbeit an einem werktäglichen Feiertag binnen acht Wochen; mindestens 15 beschäftigungsfreie Sonntage im Jahr. Zulässige Abweichungen sowie Jugend- und Mutterschutz gesondert prüfen.
Häufige Fragen zur Sonntagsöffnung
Weitere Antworten für die Planung deines Geschäfts.
Nein. Seit der Föderalismusreform 2006 liegt die Gesetzgebungskompetenz für den Ladenschluss bei den Ländern. Das Bundesgesetz ist weiterhin abrufbar, ersetzt aber keine Prüfung des heute einschlägigen Landesrechts. Bayern hat seit 1. August 2025 ebenfalls ein eigenes Ladenschlussgesetz.
Ja. Für die Ladenöffnung zählt Samstag grundsätzlich zu den Werktagen. Trotzdem kann er andere Schlusszeiten haben: zum Beispiel 22 Uhr in Mecklenburg-Vorpommern und 20 Uhr in Sachsen-Anhalt sowie Thüringen. Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf Samstag, gelten die Feiertagsregeln.
Nicht allein deshalb. Die Regeln zur Ladenöffnung betreffen die Verkaufsstelle und ihren Kundenverkehr. Ohne Beschäftigte entfällt nicht automatisch das sonn- oder feiertägliche Öffnungsverbot. Eine passende gesetzliche Ausnahme oder wirksame Freigabe bleibt nötig.
Es gibt keine bundesweite Sondererlaubnis allein wegen der Bezeichnung Kiosk oder Späti. Zulässigkeit und Zeiten hängen von Landesrecht, Sortiment und Standort ab. Berlin knüpft etwa die Touristen-Ausnahme an ein ausschließlich dafür vorgesehenes Warenangebot.
Das ist Ländersache. In Baden-Württemberg erlaubt die Warengruppen-Ausnahme für Konditor- und frische Backwaren grundsätzlich drei Stunden; in NRW sind es für ein entsprechendes Kernsortiment fünf Stunden. Feiertagsausschlüsse und weitere Voraussetzungen kommen hinzu.
Selbstbedienungskassen allein reichen nicht. Ein normaler Supermarkt wird dadurch nicht automatisch zum privilegierten Kleinstsupermarkt. Prüfe Flächengrenzen, Warenangebot, Personalbetrieb und die genaue Landesregelung für das konkrete Konzept.
Nein. Ein einzelner Warenautomat kann anders behandelt werden als ein begehbarer Laden mit Regalen oder mehreren Automaten. Bayern nimmt zum Beispiel einzelne Automaten außerhalb einer Verkaufsstelle mit beschränktem Sortiment gesondert aus. Übertrage eine Regel oder Gerichtsentscheidung nicht pauschal auf andere Konzepte.
Heiligabend ist kein gesetzlicher Feiertag, hat aber besondere Ladenschlusszeiten: Fällt der 24. Dezember auf einen Werktag, ist für reguläre Läden meist um 14 Uhr Schluss. Auch für Silvester gibt es Landesunterschiede; Sachsen und Thüringen sehen werktags ebenfalls 14 Uhr vor. Sonderbetriebe separat prüfen.
Je nach Landesgesetz und Verstoß drohen behördliche Maßnahmen und Bußgelder. Es gibt keinen einheitlichen bundesweiten Betrag. Beispiel Sachsen: Verstöße gegen Öffnungsregeln können mit bis zu 5.000 Euro, bestimmte Verstöße gegen Arbeitszeitvorgaben mit bis zu 15.000 Euro geahndet werden.
Am zuverlässigsten auf der Website deiner Stadt oder Gemeinde und in der amtlichen Bekanntmachung. Prüfe Datum, Uhrzeit, erfasste Straßen und mögliche kurzfristige Änderungen. Ein Termin in der Nachbarstadt gilt nicht für deinen Standort; auch ein freigegebener Laden muss nicht tatsächlich öffnen.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Landesnamen in der Übersicht und die Detailantworten verlinken die jeweils passende Regelung. Zentrale Grundlagen:
Recherche: 23. Oktober 2026 · Brandenburg ergänzt am 2. November 2026. Dieser Ratgeber dient der Orientierung. Maßgeblich sind die aktuelle Rechtslage und die zuständige Behörde; eine individuelle rechtliche Prüfung wird dadurch nicht ersetzt.
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